In der jetzigen Berufswelt und den heutigen Unternehmen ist es keine Seltenheit mehr das Menschen an Burnout erkranken. Junge aufstrebende Geschäftsleute die Vollgas geben aber vergessen das sie nicht alleine schuften sondern versuchen Ihre Angestellten mit Druck hinterherzuziehen. Pro und Contra treffen aufeinander. Der Junge Unternehmer möchte möglichst schnell an die Spitze doch leistet er nicht die Arbeit, sondern wälzt diese auf seine Angestellten ab. Ständig neue Ideen und Konzepte müssen neben dem Tagesgeschäft umgesetzt werden ohne das es eigentlich die benötigte Zeit dafür gibt.

Das Privatleben steht hinten an und mit persönlichen Bedürfnissen und privaten Sorgen wird der Angestellte allein gelassen, da es nicht ins Betriebskonzept passt. Eine Ausnutzung des Mitarbeiters ist vorprogrammiert.

Früher zu Heute

Früher wurden Überstunden, Feiertage und Schichtzulagen noch bezahlt. Heute sind diese Zeiten nicht für die Erholung gedacht sondern als normale Arbeitszeit eingeplant ohne Zulagen oder Vergütung. Überstunden können eventuell noch abgebummelt werden, doch passt diese freie Zeit wieder nicht ins Konzept und selbst für eine Erholungszeit die „reingearbeitet“ wurde muss gekämpft werden. Eigentlich ist alles um die Arbeit herum nur Kampf oder Krampf und zermürbt jeden Angestellten. Der Spruch: „über Leichen gehen“ passt heute in fast jedes Unternehmensprofil nur waren es früher die Konkurrenten und heute die Mitarbeiter.

In der modernen Zeit ist es auch nichts besonderes mehr, rund um die Uhr erreichbar zu sein. Wer es so wie ich schafft ganze zwei Jahre ohne Handy zu leben, wird feststellen wie erholsam es ist, nicht erreichbar zu sein. Doch wird es natürlich widerwillig vom Arbeitgeber hingenommen. Ein Erziehungsprozess der Vorgesetzten muss angegangen werden, Ihren Mitarbeiter plötzlich nicht ständig erreichen zu können. Und nicht selten wird dies auch als Makel gesehen und mündlich angemahnt.

Pausen und Arbeitszeiten

Wer kennt noch die Stempeluhren? Früher musste man in eine Stempel- bzw. Stechuhr eine Karte bei Arbeitsbeginn, Pause Anfang und Ende, sowie zum Ende des Arbeitstages drücken. Diese wurde zu Berechnung der Arbeitsstunden benutzt und für die Abrechnung des Gehaltes genommen. So konnte der Angestellte jederzeit nachweisen wie viele Stunden er im Monat gearbeitet hat.

Heutige Unternehmen verzichten auf diesen Stundennachweis und da viele ein Festgehalt und keine Zulagen zahlen gehen die Arbeitsstunden nach gut will. Solange bis der Chef meint „man arbeitet zu wenig“! Eine einfache Unterstellung reicht bereits aus, um den Mitarbeiter aus der Bahn zu werfen. Wie soll er ohne Beleg nachweisen wie lange er tatsächlich gearbeitet hat? Gar nicht! Und das ist vom Unternehmer auch so gewollt. Allein die mündliche Anfrage „Machen Sie Ihre Stunden überhaupt“ reicht aus um bei dem Mitarbeiter ein schlechtes Gewissen hervorzurufen. Selbst wenn der Mitarbeiter für sich ein Stundenbuch führt und weiß das er seine Stunden gemacht hat, ist es immer noch kein rechtlicher Beleg für geleistete Arbeitszeiten und muss vom Arbeitgeber nicht akzeptiert werden. Papier ist geduldig und es wird einfach unterschwellig angemerkt das der Mitarbeiter betrügt. Natürlich nicht öffentlich sondern immer mündlich unter vier Augen, so das es keine schriftlichen Beweise oder Zeugen gibt.

Doch geregelte Pausen sind wichtig für die Mitarbeiter. Nicht die Pause zwischendurch wenn es zeitlich in den Betriebsablauf passt sondern geregelte Erholungszeiten. Angestellte brauchen die Zeit zum durchatmen und um Ihre Konzentration zu sammeln. Vielleicht nicht in den ersten aber spätestens nach einigen Jahren.

Innerbetriebliche Abläufe

Sie haben eine Anstellung für einen speziellen Arbeitsbereich, doch intern sollen Sie mehr als nur einen Aufgabenbereich ausfüllen? Plötzlich haben Sie nicht nur einen Job zu machen, sondern drei, vier oder noch mehr Positionen auszufüllen (Natürlich wird vorausgesetzt, dass Sie sich in Ihrer Freizeit in jeden Bereich einarbeiten und Zuhause weiterbilden). Auf gut deutsch, Sie werden offensichtlich vorsetzlich verheizt! Ihr Arbeitgeber spart an weiteren Mitarbeitern auf Kosten Ihrer Gesundheit. Schlimm wird es wenn Sie versuchen alle Aufgaben nach bestem Gewissen zu erfüllen, doch es Ihrem Chef nie reicht und immer mehr verlangt wird. Natürlich für das einmal ausgemacht Gehalt. Wenn Sie nun die ganzen Aufgaben an der Backe haben und nach einiger Zeit Ihr Chef Ihnen sagt: das Sie den Job für den Sie eigentlich eingestellt wurden, jedoch neben den ganzen zusätzlichen Tätigkeiten kaum noch ausführen, nicht gut machen oder besser werden müssen, sollten Sie ganz schnell Land gewinnen. Das ist schon eine Phase des Mobbings.

Gehört es zu Ihren Aufgaben alle unnötigen Störungen vom Chef und anderen Mitarbeitern fern zu halten haben Sie einen Punkt erreicht der nicht zum Mobbing gehört, Sie aber zusätzlich äußerst belastet. Sie sind der Fels in der Brandung an denen die unfreundlichen oder geprellten Kunden zerschellen sollen. Gerade wenn Sie in einem Unternehmen arbeiten wo Kundenservice ganz klein geschrieben wird und ein guter Kunde nur der ist, der mit ein paar Tausendern wedelt, dann haben Sie sich die Beschwerden der kleinen Kunden anzuhören. Arbeitet Ihre Firma vielleicht sogar unseriös, gehört es dann auch zu Ihren Aufgaben die Kunden am Telefon zu vertrösten und zu belügen. Nehmen Sie das nicht persönlich und versuchen Sie dies nicht in sich hineinzufressen, es schadet Ihrer Gesundheit. Allerdings lässt es sich kaum vermeiden, dass es Sie belastet und wird auch zu Unbehagen im Betrieb führen.

Eine weitere Mobbing-Phase ist es dann, dass Sie automatisch Fehler machen und für diese an den Pranger kommen. Weil Sie zu viele Arbeitsbereiche ausfüllen passieren Ihnen garantiert unweigerlich Fehler. Sie können nun einmal nicht alles gleichzeitig machen, auch wenn es verlangt wird. Kleine oder große Fehler sind vorprogrammiert und die werden Ihnen nun öffentlich vor Kollegen unter die Nase gerieben. Das Sie durch die Überbelastung eigentlich nichts dafür können spielt keine Rolle und wird auch nicht weiter berücksichtigt. Ihre weiße Weste soll einfach ein paar dunkle Flecken bekommen um Sie schön unterdrücken zu können. Jeder Fehler führt dazu, dass Sie Kleinlaut bleiben, sich noch mehr reinknien, mehr Stunden knüppeln und weitere Fehler machen weil Sie keine Erholung für Körper und Geist bekommen.

Das Problem an dieser Geschichte ist, dass Sie ja sieben Tage in der Woche zur Verfügung haben. Ihre ganzen Aufgabenbereiche stopfen bereits Ihre 42 Stundenwoche voll und trotzdem bleibt noch einiges liegen. Sie nehmen sich die Wochenenden um die kleinen geprellten Kunden abzuarbeiten, damit Sie ab Montag nicht wieder alle vertrösten müssen oder machen die Arbeiten die Ihr Chef auf unbestimmte Zeit zurückgestellt hat, diese aber irgendwann kommen und Ihre Planung dann wieder über den Haufen werfen würden. Wenn Ihr Chef Ihnen nun einen reinwürgt weil Sie die Arbeiten gemacht haben und Ihnen unterstellt diese während der „normalen“ Arbeitszeit durchgeführt zu haben obwohl Sie etwas andere machen sollten, müssen Sie wieder beweisen, dass Sie die Arbeiten am Wochenende gemacht haben. Da Sie das aber nicht können, werden Sie erstens die Überstunden nicht gutgeschrieben bekommen, zweitens haben Sie wieder einen Fleck mehr auf Ihrer Weste und schieben Frust weil Ihre Arbeit nicht honoriert wird. Es bringt Ihnen also absolut nichts, mehr für Ihren Arbeitgeber zu tun als in Ihrem Vertrag steht. Es ist eine Zwickmühle, da Sie ja für die Entscheidung der Geschäftsleitung am Telefon geradestehen müssen. Nehmen für Sie das kleinere Übel in Kauf.

Fehler machen immer Sie

Ihr Chef gibt Anweisungen immer mündlich unter vier Augen oder wirft seine Anordnungen allgemein mal in den Raum? Dann haben Sie bald ein großes Problem, Ihr Chef hat Sie immer als Sündenbock, er macht nämlich keine Fehler und trifft schon gar keine Fehlentscheidungen. Schuld sind immer Sie! Sie haben entweder wie immer alles falsch verstanden, überhaupt nichts verstanden, sind unfähig oder noch besser „das hat Ihr Chef nie angeordnet“. Sollten Sie einen solchen Chef haben, setzen Sie ein schreiben (Protokoll) auf und legen Sie es Ihm zum unterschreiben vor. Leider wird das dazu führen, dass Sie sich unbeliebt machen und demnächst gehen können. Chefs mögen es gar nicht wenn Sie für Ihre Fehler selber geradestehen müssen und finden es einfacher alle Fehler auf Sie abzuwälzen.

Arbeiten Sie im Team? Dann kommt noch ein weiteres Problem auf Sie zu. Durch die ganzen Vieraugengespräche, Telefonate mit unzufriedenen Kunden und dem ständig wachsenden Druck von Oben weiß niemand was Sie ertragen müssen außer welche Fehler Sie gemacht haben, da diese immer öffentlich angeprangert werden. Keiner kann nachvollziehen wenn Sie genervt, gereizt oder kurz vorm Heulen sind. Sie fühlen sich ausgegrenzt, erniedrigt und unverstanden und können sich mit niemanden wirklich unterhalten da niemand involviert ist.

Wenn Sie, Ihre Familie oder andere merken, dass Sie früher mal anders waren, wird es Zeit ganz schnell die Notbremse zu ziehen. Sie sind mit einem Bein oder schon mitten drin im Born-Out.

Fazit und Konsequenzen

Arbeiten Sie in einem Betrieb wo es keine schriftlichen Anweisungen gibt, sehen Sie zu das Sie sich was neues suchen! Wenn Ihr Chef nur Vieraugengespräche ohne Protokolle führt zieht er Sie irgendwann über den Tisch und Ihre Nerven werden unnötig strapaziert, weil Sie einfach nach einer gewissen Zeit nicht beweisen können was Ihr Chef gesagt oder angeordnet hat.

Wer die Öffentlichkeit mit seiner Meinung oder Anordnung meidet, will über kurz oder lang betrügen, nicht zu Fehlentscheidungen stehen (Sie sind immer Schuld) oder bereitet ein Phase des Mobbings vor.

Wenn Sie gefragt werden ob Sie ein Handy haben, sagen Sie Nein. Auch wenn es nicht stimmt, ein Prepaid Handy steht in keinem Telefonbuch und kann auch nicht im Internet gefunden werden wenn Sie Ihre Nummer nicht veröffentlichen. Ein Handy zu besitzen ist keine Pflicht. Sollte Ihr Chef ein Handy über die Firma zur Verfügung stellen (was ein Wunder wäre) dann machen Sie schriftlich aus zu welchen Zeiten Sie erreichbar sein sollen. Lassen Sie sich aber nicht zu Uhrzeiten drängen die Ihnen nicht behagen z.b. Sonntags zwischen 9:00 und 19:00 Uhr etc.

Ganz wichtig ist es, dass Sie Protokolle führen, auch wenn diese erstmal nur für Sie wichtig sind, kann so eine angelegte Sammlung von Protokollen bei einem Rechtsstreit vor einem Arbeitsgericht wichtig werden. Und ein weiterer Punkt der nicht zu unterschätzen ist, sorgen Sie dafür das Sie möglichst vertrauensvolle Zeugen finden, die das eine oder andere mitbekommen haben.

Für viele Geschäftsführer ist Mobbing ein Spiel wer länger durchhält, entweder sind Sie dumm oder gelangweilt, in manchen Fällen ist es auch ein schlechter Charakter. Das Spiel gewinnen aber leider in den meissten Fällen die Chefs, da Sie als Betroffener eigentlich nur endlich wieder zur Ruhe kommen wollen und nicht noch vor Gericht kämpfen wollen.

Geben Sie nicht auf!