Immer mehr Leute benutzen moderne Mykotherapie als unterstützende und gesundheitsfördernde alternative Heilmethode. Doch was macht moderne Mykotherapie überhaupt aus und was ist sie?

Bei der Mykotherapie finden Pilze Anwendung. Meist handelt es sich um Großpilze, aus denen verschiedene Extrakte gewonnen werden. Diese haben eine hohe Wirksamkeit in der Prävention von Krankheiten aber auch in Zusammenarbeit mit anderen Therapieanwendungen teils eine unterstützende Wirkung. Manche Menschen schwören sogar auf die alleinige Heilkraft von Pilzen. Es muss aber hier festgehalten werden, dass diese Pilze eine herkömmliche medizinische Behandlung bei Krankheiten nicht ersetzen können.

Der Begriff Mykotherapie

Der Mykologe Jan Lelley hat den Mykotherapiebegriff geprägt. Er hat den neuen Begriff von dem der schon existierenden Phytotherapie abgeleitet. Lelley hat verschiedene Bücher zum Thema Mykotherapie verfasst und in einem davon die Mykotherapie als neue Wissenschaft bezeichnet. Sie dreht sich um die Heilwirkung der Großpilze. Lelley möchte mit der Mykotherapie eine neue Disziplin begründen und erreichen, dass sie als autonomer Naturheilkundebereich anerkannt wird. Als erstes fanden Pilze vor allem im fernöstlichen Raum Anwendung und erfreuten sich dort großer Beliebtheit aufgrund der heilenden Kräfte und als vorbeugende Nahrungsergänzung, zum Beispiel als Virenschutz. Lelley will zudem aufgrund der vielfachen Anwendungsmöglichkeiten und der großen Zahl der heilbringenden Pilzarten endlich eine eigenständige Therapieform etablieren.

Die verschiedenen Heilpilze

Als Vitalpilze, Medizinalpilze oder allgemein als Heilpilze preisen die verschiedenen Anbieter der modernen Mykotherapie die medizinische Anwendung der zahlreichen Pilzarten an. In der chinesischen Medizin, vor allem in ihrem Traditionsbereich, werden viele Pilze bereits seit Jahrhunderten in verschiedenen Rezepten verwendet. In Europa fehlt die Anerkennung der Pilze als Naturheilmittel jedoch noch weitestgehend. Lediglich in Kräuterbüchern kommen die Pilzheilkraft und die moderne Mykotherapie vor. In den alten Arzneibüchern der Chinesen wird beispielsweise die Stinkmorchel als Medizin gegen Gicht verwendet. Bei der Blutstillung verwendet man den echten Zunderschwamm und der Hallimasch wird als Abführmittel eingesetzt. Der Holunderschwamm fand schon in verschiedenen Kräuterbüchern Anwendung. Er wird dabei zuerst in Wein oder Rosenwasser gewaschen und aufbewahrt. Danach kann man ihn für die Behandlung von Schwellungen jeglicher Art aber auch gegen Fieber verwenden.

Diese Ansichtsweise geht jedoch auf das 17. Jahrhundert zurück. Die Chinesen beschreiben die Heilwirkung des Holunderschwamms etwas anders. Bei ihnen soll er lediglich dazu beitragen, die Gesundheut zu kräftigen und er soll den Blutkreislauf anregen und fördern. Eine Verabreichung von Speisepilzen wird immer in einer speziellen Form veranlasst. Sie werden erst getrocknet und als eine konzentrierte Essenz verabreicht. Somit basieren die Heilkräfte der modernen Mykotherapie auch auf der hohen Konzentration an Mineralstoffen und Vitaminen, die in ihnen enthalten sind.