Pilze sind seltsame Wesen, über die zudem noch viele Mythen existieren. Dass sie zu den Pflanzen gehören, wurde lange angenommen, dabei stehen sie den Tieren deutlich näher und bilden ein eigenes Reich in der Systematik der Lebewesen. Viele Mythen gibt es auch zum Thema „Pilze sammeln“ – und genau hier entsteht die Gefahr.

giftpilz

Pilze sammeln nur für Kenner

Denn nur wer Pilze wirklich kennt und genau bestimmen kann, sollte auch auf „Schwammerlsuche“ gehen. Das althergebrachte Wissen der Großeltern hilft wenig, wenn es darum geht, eine mögliche Vergiftung durch Pilze zu vermeiden. Denn etliche Pilze, die vor zehn Jahren noch als unbedenklich galten, sind heute als Giftpilze klassifiziert.

Einfach zu bestimmen sind beispielsweise Pfifferlinge und Steinpilze sowie Rotkappen. Doch auch bei diesen Pilzen sollte man sich genau im Klaren darüber sein, ob sie wirklich der angenommene Pilz sind. Einschlägige Literatur wie „Pareys Buch der Pilze“ hilft hier weiter. Vor allem aber sollte man an Erfahrung sammeln bevor man zur Bratpfanne greift. Sogar der scheinbar so einfach zu bestimmende Pfifferling kann mit dem „Falschen Pfifferling“, der unter die Giftpilze fällt, verwechselt werden.

giftige pilze

Vergiftungen durch Pilze

119 Mitteilungen über Pilzvergiftungen in Deutschland gab es beispielsweise im Jahr 2010. Das erscheint vergleichsweise wenig und nur wenige dieser Vergiftungen enden tödlich. Dennoch gibt es diese Todesfälle – und allein das ist schon ein Alarmzeichen. Der Grüne und Weiße Knollenblätterpilz gehören zu den gefährlichsten Pilzarten in Deutschland. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit dem ungiftigen Perlpilz. Manch einer hat im Knollenblätterpilz auch schon einen Champignon erkannt.

Der Pilz kann durch sein Gift zu multiplem Organversagen führen. Weitere gefährliche Pilzvergiftungen können durch den berühmten Fliegenpilz, den Kahlen Krempling, den Pantherpilz oder die Frühjahrslorchel verursacht werden – um nur einige Pilze zu nennen. Die Frühjahrslorchel ist im Übrigen einer jener Pilze, die noch gar nicht lange zu den Giftpilzen zählen. Früher galt sie als essbar, bevor es einige Todesfälle innerhalb Europas gab.

Bei Verdacht auf Pilzvergiftungen muss umgehend gehandelt und ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden!

Soweit sollte es allerdings nicht kommen, wenn man nach der Devise handelt, dass man sich nur an das Pilze sammeln heranwagt, wenn man wirklich weiß, was man tut und über die nötige Artenkenntnis verfügt. Auch Pilzseminare und -kurse helfen Interessierten Laien weiter. Außerdem kann man sich bei der Pilzbestimmung an Pilzsachverständige wenden, die gerne Rat und Auskunft geben.

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Pilzvergiftungen in Deutschland
mögliche Vergiftung durch Pilze