Was hat sie sich dabei gedacht? Mit Wischmopp und Wassereimer bewaffnet nähert sich die hausinterne Putzfrau den Fettflecken auf der Kasseler Documenta, die dort Tausende Besucher zuvor als modernes Kunstwerk beeindruckt bewunderten. Interpretiert werden soll hier der Künstler Joseph Beuyes nicht. Aber der Vorgang ist Synonym für die Erkenntnis: Kunst liegt stets im Auge des Betrachters. Für die moderne Kunst und ihre Repräsentanten gilt das allemal.

Moderne Kunst

Jahrhunderte dauerte der Weg vom Handwerker, der schöne und kunstvolle Gegenstände seiner Zeit herstellte, bis zu den Künstlern der Moderne. Ein klarer und unverstellter Blick auf die Welt führte in den Zeiten der Aufklärung zu drastischen Umbrüchen. Beginnend mit der Französischen Revolution und der Industrialisierung begann die Herausbildung der freien Künstler der Moderne, der Bildhauer, Literaten, Musiker, Architekten und Designer.

Sie interpretieren in der Postmoderne der 1950er Jahre vorhandene Ideen neu und schaffen zugleich eine Gegenbewegung zu den totalitären und sterilen Formen der Moderne. Ab 1960 entstand der Neue Realismus, der Installationen benutzt, um reale Gegenstände abzubilden. Der spielerische Umgang mit Formen und Vorhandenem führt zur regelrechten Ãüberwindung der Moderne durch einen überbordenden Pluralismus. Die modernen Kunstepochen verstehen sich als Reaktionen auf vergangene Fantasielosigkeit mittels zahlreicher Gestaltungselemente.

Viele junge Künstler unserer Zeit polemisieren auf diesem Weg schwungvoll gegen das Angepasste. Allerdings: Mit den großen Zeiten von Utopie und Subversion “ mit Fluxus, Surrealismus und Dada – hat die moderne Kunst unserer Tage kaum mehr etwas tun.

Die Kleinstgruppe sogenannter Subversiver unter den Künstlern dagegen meint, dass ihre Kunst besonders aggressiv, schräg und unverständlich sein sollte. Andere tauschen die Leinwand gegen Plakatwände und Hausmauern ein, um politische Parolen unters Volk zu bringen. Als Dritte bezeichnen sich die Künstler, für die sich niemand interessiert, selbstredend als subversiv.

Allen Strömungen der modernen Kunst ist eines gemein: Als Synonym für den Avantgardismus des 20. und des beginnenden 21. Jahrhunderts bricht sie mit alten Traditionen, auch mit radikalen ästhetischen Mitteln. Hier kann man dazu berühmte Gemälde kaufen.

Moderne Malerei

Schon in der Kunstepoche der Renaissance begann nach Ansicht vieler Kunsthistoriker der Aufbruch in die Moderne. Damals begann die Kunst, Menschen als Individuen zu sehen, deren Schöpferkraft einzigartig ist. Zu den Künstlern der Moderne zu Anfang des 19. Jahrhunderts entstand dieser allgemein faszinierenden neuen Sichtweise wegen eine beinahe religiöse Verehrung. Bestes Beispiel ist der niederländische Maler Rembrandt van Rijn. Für zahlreiche Vertreter der modernen Kunst in der Malerei gilt Rembrandt als genialer Lichtmaler und unerreichter Visionär schlechthin. So ist seine Maltechnik bis heute wegweisend.

Ab 1900 begann eine Zeit der gesellschaftlichen Umbrüche und eines tief gehenden sozialen Wandels. Jetzt etablierte sich die Moderne Kunst in der Malerei zunehmend. Im gleichen MaÃ?e, in dem sich Diktaturen etablierten und wieder gestürzt wurden, besannen sich die Menschen auf ihre gesellschaftliche Identität. Widergespiegelt wurden die gesellschaftlichen Verhältnisse, mit Weltwirtschaftskrisen, Weltkriegen, Studentenrevolten oder Vietnamkrieg durch Expressionismus und Impressionismus, durch Dadaismus, Surrealismus und Pop-Art.

Die Repräsentanten

Wichtige Vertreter des Expressionismus sind Vincent van Gogh, Edvard Munch und Paul Gaugin. Charakteristisch für ihre Werke ist die spontane Pinselführung. So potenzieren sie den Ausdruck starker Gefühle, wie Hass, Trauer oder Schmerz. Munchs „Der Schrei“ zeigt diese Intensionen beispielhaft auf.

Zwischen den Weltkriegen war der Dadaismus entstanden. Als selbst verstandene Gegenkunst zu bürgerlichen Wertvorstellungen und Idealen wollte der Dadaismus irritieren und provozieren. Bekannter Vertreter ist der Begründer der Collagetechnik Kurt Schwitters.

Der Surrealismus ist eine Weiterentwicklung des Dada. Gegenstand der Gemälde wurde Unwirkliches und Unnatürliches, um rationales Denken infrage zu stellen. Sehr berühmt ist Salvador Dali­s, „Die Beständigkeit der Erinnerung“.

Künstler wie Roy Lichtenstein und die Pop-Art-Ikone Andy Warhole sind charakteristische Vertreter der Pop-Art. Sie benutzten die uneingeschränkte Realität mit Alltagsmotiven und vielen Objekten aus der bunten Konsumwelt. Diese Begeisterung schlug als Folge des Vietnamkriegs in eine scharfe Konsumkritik um. Neue Stilmittel kommen zum Einsatz, zu denen das Graffiti gehört. Andy Warholes „Campell`s Soup Cans“ ist ein charakteristisches Beispiel.