Bei einem Wertpapierkredit hinterlegt der Kreditnehmer bereits vorhandene Wertpapiere als Sicherheit. Wertpapiere können zum Beispiel Aktien, Anleihen oder Rentenfonds sein. Wird der Kredit fällig und kann nicht bedient werden, erfolgt eine Verwertung der Wertpapiere bis zur Höhe des Kredites und der anfallenden Kosten. Das besondere des Wertpapierkredit ist die Beleihungsgrenze der hinterlegten Wertpapiere. Sie bestimmt die maximale Höhe des Kredites. In der Regel liegt der Wert deutlich unter dem aktuellen Kurswerte der zu beleihenden Papiere.

Wie bestimmt sich die Beleihungsgrenze für einen Wertpapierkredit?

Wertpapiere besitzen ein bestimmtes Potential einer künftigen Kurssteigerung, sowie ein Risiko, an Wert zu verlieren. Die Bank muss diese beiden Aspekte gewichten und den Beleihungswert als Ergebnis festlegen. Grundsätzlich haben dabei konservative Papiere wie ein Rentenfonds den höheren Beleihungswert, gegenüber spekulativen Papieren wie Aktien eines Startup. Auch wenn Banken die Festlegung individuell treffen, kann man von folgenden Orientierungen als Hilfestellung ausgehen.

  • Bis 80 Prozent:
  • Euro-Geldmarktfonds, Rentenfonds (Kurzläufer), Euro-Festgelder, Euro Anleihen AAA
  • Bis 70 Prozent:
  • Euro Anleihen AA-, Rentenfonds international, Immobilienfonds
  • Bis 60 Prozent:
  • Aktienfonds (Standardwerte), Zertifikate (Standardwert), Unternehmensanleihen
  • Bis 50 Prozent:
  • Geldmarktfonds Fremdwährungen, Aktienfonds (auf Nebenwerte, Branchen), Zertifikate auf Indices
  • Bis 30 Prozent:
  • Sonstige Zertifikate, Anleihen (mittleres Rating), Aktien (Nebenwerte)
  • Vor- und Nachteile eines Wertpapierkredites

Der entscheidende Vorteil eines Wertpapierkredites besteht in der Möglichkeit zusätzlich Liquidität zu erzielen, beziehungsweise die Rendite des vorhandenen Depots zu verbessern. Neben den bereits vorhandenen Wertpapieren erhöht sich durch Zukauf weiterer Wertpapiere, nach Abzug der Kreditzinsen, die Möglichkeit weiterer Einnahmen bezogen auf das gleiche Basiskapital.

Das birgt aber auch ein Risiko.

Entwickeln sich die Wertpapiere schlecht erhöht sich die Verlustsumme. Wird der Kredit fällig und muss aus der Sicherheit bedient werden, müssen die Wertpapiere zum aktuellem Kurs veräußert werden. Ein weiteres Problem, denn ist der Kurs vorübergehend schlecht, nimmt man genau den Punkt mit. Eine gute Möglichkeit, einem vorhandenen Wertpapierdepot noch mehr Rentabilität zu verleihen. Eine fundierte inhaltliche Vorbereitung ist dabei aber unabdingbar, um Risiken der Entwicklung von Wertpapieren richtig zu bewerten. Eine unverbindliche Beratung durch den Wertpapierspezialisten der depotführenden Bank kann dabei helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.