Jede Farbe hat ihre besonderen Charakter-Eigenschaften und kann deshalb in den eigenen vier Wänden völlig einzigartige Wohnatmosphären erzeugen. Aber Farben sind nicht nur Stimmungsmacher und Dekoelement. Allein mit wenigen Pinselstrichen lassen sich mühelos ganze Raumproportionen verändern. Wobei folgende Maler-Grundregel gilt: Dunkle Töne schieben Wände optisch nach vorne, verkleinern also, während helle Schattierungen Räume großzügig öffnen. Außerdem lassen bereits dezente vertikale und horizontale Muster ganze Zimmer höher bzw. länger erscheinen.

Wandmalerei aus dem Baumarkt

Im Baumarkt werden Wandfarben von diversen Herstellern schon streichfertig im Eimer zum Kauf angeboten. Natürlich lässt sich zusäzlich, mit Hilfe von Farbkarten, jeder beliebige Wunschton in wenigen Minuten anrühren. Farben zu Hause selbst abzutönen ist immer ein Glücksspiel, das selten gut ausgeht. Erstens trifft man kaum die Schattierung, die man ursprünglich wollte, und zweitens kann der Farbton kein weiteres Mal mehr exakt nachgemischt werden. Industriell gefertigte Wandfarben auf Dispersionsbasis lassen sich gut streichen und tropfen wenig. Neben Pigmenten, die dem Anstrich seine Tönung geben, enthalten sie zumindest eine kleine Menge Lösungsmittel oder Kunststoff-Bindemittel, die dafür sorgen, dass die Farbe lange haltbar bleibt, gut haftet und wischfest ist. Als umweltbewusstere Alternativen empfehlen sich Kalk-, Mineral-, oder Leimfarben.

Am besten investiert man in ein hochwertiges mehrteiliges Pinsel- und Malerrollenset, das keine Borsten verliert und nicht fusselt. Fußboden und Möbel werden mit Abdeckplanen verdeckt, um die Bodenfarbe zu schützen. Ausreichend Klebeband, das sich ganz ohne Rückstände entfernen lässt, ermöglicht exakte, gerade Linien und Kanten. Gestrichen wird immer von außen nach innen. Dabei wird die Wand zuerst mit einem kleinen flachen Pinsel farbig eingerahmt. Danach kann die Innenfläche mithilfe eines Farbrollers auf einer Teleskopstange coloriert werden. Ein Abtropfgitter verhindert, dass zu viel Farbe auf dem Malergerät haften bleibt. Doch noch, bevor der erste Pinselstrich gesetzt wird, muss die Wand gut vorbereitet werden. Unebenheiten, Löcher und Risse werden sorgfältig mit Spachtelmasse aufgefüllt und nach dem Trocknen mit einem feinen Sandpapier geglättet. Damit der nachfolgende Farbanstrich auch wirklich hält und nicht absplittert, muss überall dort, wo Spachtelmasse aufgetragen wurde, mit Tiefgrund vorgestrichen werden.

Eintönige Farbflächen können auch von Sonntagsmalern spielend leicht durch Pinseln, Rollen, Wischen, Bürsten, Spachteln, Stempeln oder Stupfen belebt werden. Spannungsreiche abstrakte Muster werden am einfachsten durch zwei Farbschattierungen erzielt. Dabei wird die Wand mit einer Basisfarbe deckend vorgestrichen und später mit einer helleren Nuance unregelmäßig so überwischt, dass ein einmaliges Schattenspiel entsteht. Ähnliche Ergebnisse lassen sich mit bunten Strukturputzen erzielen, die einfach aufgerollt werden. Mit moderner Schablonenmalerei werden figärliche Muster, Symbole, Wörter oder ganze Sprüche an die Wand gebracht.