Herrscher in luftiger Höhe. Der majestätische Steinadler, ein exzellenter Jäger, wird wegen seiner goldenen Halsfedern auch Goldadler genannt. Der eindrucksvolle Raubvogel ist auf der ganzen nördlichen Halbkugel anzutreffen. Besonders bevorzugt er hügelige oder gebirgige Regionen, wo er auf der Suche nach Beute meist hoch über dem Gelände segelt. Steinadler sind dafür bekannt, dass sie große Flugvögel wie Gänse und Kraniche fangen. Sie können im Flug Beutetiere bis zu 3,75 kg tragen.

Nahrungspalette

Die Beute des Steinadlers besteht vor allem aus Murmeltieren, Kaninchen, Füchsen, Präriehunden, Wildhühnern, Erdhörnchen, Rehkitzen und Gemskitzen. In den südlichen Regionen jagen sie sogar Schildkröten. Vögel und Reptilien bilden zusammen 20% der Nahrung. Gelegentlich fressen Steinadler auch Aas. Pärchen jagen oft gemeinsam, meist unter Ausnutzung von Überraschungsmöglichkeiten im niedrigen Suchflug. Einer hetzt die Beute bis zur Erschöpfung und der andere Vogel versetzt ihr den Todesstoß. Früher wurden Steinadler in Asien zur Beizjagd auf Rotwild und Wölfe abgerichtet.

Stattliche Horste

Steinadler bauen ihre Horste meist auf Felsvorsprüngen. Die Horste können 2m hoch und 3m breit sein. Steinadler errichten mehrere Horste, die sie über Generationen benutzen. Die Paare bleiben zeitlebens zusammen. Die Küken werden 3 Wochen lang gehudert (warm gehalten). Das zuerst geschlüpfte Küken verdrängt oft seine Geschwister bei der Fütterung, sodass nur das Stärkste überlebt. Versorgt wird die Familie vom Männchen. Die Eltern zerlegen die Beute, aber mit 5 Wochen können die Küken bereits selbst Beutetiere zerkleinern. Nach 80 Tagen verlassen sie zum ersten Mal das Nest. Bis zum Herbst dulden die Altvögel den Nachwuchs im Revier, dann wird er vertrieben.

Beeindruckende Flugkünste

Ein Steinadler-Paar bleibt Jahr für Jahr in seinem Revier, das 90 bis 260 qkm umfassen kann. Die Balz beginnt im Januar mit dem sogenannten Girlandenflug (herabstürzen und wieder aufsteigen), mit dem das Männchen sein Revier markiert und um das Weibchen wirbt. Später kreisen beide Vögel in großer Höhe, verfolgen sich, vollführen Loopings, Sturzflüge und andere beeindruckende Kunststücke.

Der Adler kehrt zurück

Einst war der Steinadler in ganz Europa verbreitet. Heute leben außerhalb der Gebirge nur noch wenige Paare. Steinadler wurden früher verfolgt, da man ihnen unterstellte, sie würden Lämmer und Hausgeflügel töten. Außerdem hatten ihre Eier durch die mit der Nahrung aufgenommenen Pestizide so dünne Schalen, dass sie beim Brüten zerbrachen. Heute ist der Steinadler in vielen Ländern geschützt, sodass die Populationen zum Glück wieder relativ stabil sind.

Steckbrief

Bestand normal
Lebensweise bis zur Geschlechtsreife Einzelgänger, dann in Paaren
Körperlänge 75-90 cm; Weibchen größer als Männchen
Gewicht 3-7 kg
Flügelspannweite über 200 cm
Zug Teilzieher
Gefieder bei beiden Geschlechtern gleich
Geschlechtsreife mit 4-5 Jahren
Paarungszeit Mitte Januar bis Mitte September
Brutdauer 43-45 Tage
Anzahl der Eier 1-2, maximal 3 pro Gelege
Fortpflanzung jährlich
Nahrung Säugetiere, Vögel, Reptilien und Aas
Alter 15-20 Jahre